SUPER LEAGUE
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Basels Vorsprung könnte weiter schmelzen

Freitag, 29. März 2002 / 17:53 Uhr
aktualisiert: 20:53 Uhr

Bern - Am 7. Spieltag der Finalrunde könnte es zum Zusammenschluss an der Tabellenspitze kommen. Während Leader Basel bei Servette gastiert, treten die Verfolger GC (gegen Sion) und Lugano (gegen Zürich) zuhause gegen zwei abgeschlagene Equipen an.

Der Basler Varela im Sandwich: Kann der FCB gegen Servette wieder einen Sieg heimspielen?

Verlieren die Basler nach dem 0:1 bei den Grasshoppers vor Wochenfrist erneut, dürfte sich ihr Vorsprung auf die Zürcher auf einen Zähler reduzieren. Nicht um den Meistertitel, dafür um die UEFA-Cup-Plätze, geht es in Bern. Aufsteiger Young Boys (5.) empfängt St. Gallen (6.) und könnte die Ostschweizer mit einem Sieg bereits um fünf Punkte distanzieren.

Vor einer Woche erhofften sich die Konkurrenz und die neutralen Beobachter einen Sieg von GC gegen Basel. Nun soll ein Erfolg Servettes gegen den Leader noch mehr Spannung ins Championat bringen. An einen eigenen Stolperer denken die Basler jedoch kaum, und dies zu Recht. In Genf hat der FCB in der Qualifikation 4:1 gewonnen und damals im Oktober erstmals den nachhaltigen Beweis erbracht, ein Meisterkandidat zu sein. Es war im siebten Auswärtsspiel der Saison der erste Erfolg und der erstmalige Sprung an die Tabellenspitze.

Gimenez 333 Minuten ohne Tor

Zweifacher Torschütze auf der Charmilles war Christian Gimenez. Der argentinische Topskorer erreichte im gegnerischen Strafraum indes in den letzten Spielen nicht mehr das gewohnte Rendement. Seit 333 Minuten (inkl. Cup) wartet er auf einen Treffer, und weil auch George Koumantarakis seit dem 2. März und dem 1:0 gegen Zürich nicht mehr erfolgreich war, orten Kritiker am Rhein bereits ein Stürmerproblem. Mit 2,4 Toren pro Partie sind die Basler aber noch immer das Abschluss stärkste Team der Finalrunde, und das Sturmduo Gimenez/Koumantarakis markierte fast 42 Prozent der FCB-Tore.

Kommt Julio Hernan Rossi?

Obwohl diese Zahlen für die Basler Offensive sprechen -- der Internationale Hakan Yakin hat in dieser Finalrunde auch schon drei Tore geschossen -- ist der FCB offenbar an einer Verpflichtung von Luganos Julio Hernan Rossi interessiert. Der 15-fache Saisontorschütze aus Argentinien soll ab der kommenden Spielzeit für die Basler stürmen. Gemäss der Tessiner Zeitung «Corriere del Ticino» ist der Transfer perfekt, die Bestätigung aus Basel blieb aber noch aus.

Auf der Charmilles trifft Trainer Christian Gross' Equipe auf einen Gegner, der zuletzt keineswegs überzeugt hat. Gegen die Grasshoppers wurde Servette deklassiert (1:5), die Rehabilitierung gelang vor Wochenfrist nur resultatmässig. Das 3:2 in Sion schmeichelte den «Grenats». Die abgeschlagenen Walliser, die in der Finalrunde noch keinen Punkt gewonnen haben, dominierten Servette vorab nach der Pause nach Belieben.

Muss sich auch GC vor Sion in Acht nehmen? Immerhin verloren die Grasshoppers in der Qualifikation einzig gegen die Walliser beide Partien. Das 0:3 zuhause war dabei sogar eine Demütigung schlimmeren Ausmasses und hatte den Beginn der Demontage von Trainer «Bidu» Zaugg zur Folge. Die langjährige Finalrunden Bilanz zwischen GC und Sion zeigt indes, dass die Zürcher auf dem Hardturm gegen die Walliser nur selten verlieren. Seit Einführung des aktuellen Modus bezog GC erst zwei Niederlagen (1992 und 1997) -- danach wurde Sion jeweils Meister. In diesem Frühjahr ist demnach ein Erfolg Sions in Zürich sehr unrealistisch...

Lugano hat in den letzten beiden Partien bewiesen, dass es als Mannschaft auf dem Platz die Probleme verdrängen kann, die im Verein nach dem Tod von Präsident Helios Jermini zu Tage traten und die durch die Unruhe wegen des bevorstehenden Wegzuges von Rossi entstanden. Das 2:1 gegen die Young Boys und das 0:0 in St. Gallen bestätigen dies. Nun wird ein Erfolg gegen den FCZ erwartet. Das junge zürcher Ensemble hat mit den bisherigen drei punktelosen Auftritten in der Fremde jedenfalls nicht den Eindruck erweckt, im Tessin bestehen zu können.
(kil/sda)