CHAMPIONS LEAGUE
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Bayern hofft auf Regisseur Sforza

Montag, 10. September 2001 / 16:48 Uhr

Zürich - Start zum 10. Millionenspiel Champions League: 32 Teilnehmer aus 15 Ländern sind in der «Königsliga» vertreten, nicht aber die Schweiz. Zum fünften Mal in Folge hat sich keine Schweizer Mannschaft qualifiziert. Stéphane Henchoz (Liverpool), Patrick Müller (Lyon), Ciriaco Sforza (Bayern München) und Johann Vogel (Eindhoven) vertreten die Schweiz.

Meister Grasshoppers und Lugano scheiterten in den Qualifikationen am FC Porto respektive Schachtjor Donetzk. GC tritt nun wie Cupsieger Servette und St. Gallen am Donnerstag im UEFA-Cup an. Die Zürcher reisen zu Dinamo Bukarest (Spielbeginn 16 Uhr), St. Gallen empfängt dessen Stadtrivalen Steaua im Zürcher Hardturm (20 Uhr), und Servette geniesst zunächst Heimrecht gegen Slavia Prag (20.15 Uhr).

Eine Milliarde auf Römer Rasen

Mit dem Gigantenduell zwischen dem italienischen Meister AS Roma und dem spanischen Titelträger Real Madrid startet die «Königsklasse» heute in die neue Spielzeit. Beim Treffen der Superstars Batistuta, Totti, Emerson, Figo, Raul, Roberto Carlos und Co. stehen sich Fussballer mit einem geschätzten Marktwert von einer Milliarde Franken in Rom gegenüber -- und dies ohne den gesperrten Transfer-Weltrekordmann Zinedine Zidane.

«Wir wollen den Final am 15. Mai in Glasgow erreichen. Mit einem Sieg gegen Real wären wir auf dem richtigen Weg», gibt Roms Trainer Fabio Capello für das Schlagerspiel gegen Real die Marschrichtung vor. Während die Römer komplett antreten, muss Capellos Ex-Klub Madrid, mit acht Titeln im Meistercup und der Champions League die erfolgreichste Vereinsmannschaft Europas, auf Superstar Zidane verzichten. Der zum Rekordtarif von 112 Millionen Franken von Juventus geholte Franzose ist auf Grund seines Kopfstosses im vergangenen Jahr gegen den Hamburger Jochen Kientz noch fünf Spiele gesperrt.

Im ausverkauften Olympiastadion stehen beide Teams unter Druck: Sowohl Roma als auch Real sind nach zwei Spieltagen in ihren Ligen noch ohne Sieg. Die Italiener remisierten in Verona und daheim gegen Roy Hodgsons Udinese (je 1:1). Real unterlag in Valencia (0:1) und trennte sich zu Hause von Malaga (1:1). In Madrid spricht man nach dem 16. Tabellenplatz schon von einer grossen Krise.

Bayern bangt um Sforza

Trainer Ottmar Hitzfeld hat den Entscheid über die Mitreise von Ciriaco Sforza zum Spiel am Mittwoch bei Feyenoord Rotterdam der medizinischen Abteilung von Bayern München übertragen. «Der Doktor wird entscheiden, ob Sforza am Dienstag überhaupt mitfahren wird», erklärte Hitzfeld.

Der Schweizer Internationale zog sich am Samstag beim 2:0-Sieg in Dortmund eine Verletzung an Achillessehne und Wade des rechten Beins zu und musste am Sonntag und Montag auf die Trainings verzichten. Sicher fehlen dem Titelverteidiger die verletzten Mittelfeldakteure Stefan Effenberg, Mehmet Scholl und Jens Jeremies.

Reaktion von Henchoz?

Schief hängt der Haussegen beim UEFA-Cupieger Liverpool vor dem Heimspiel gegen Boavista Porto in der Gruppe B. In der Premier League gelang den «Reds», bei denen der ehemalige Münchner Markus Babbel am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt ist, nur ein Sieg in drei Spielen. Zudem klagte der aus der Nationalmannschaft abgereiste Schweizer Stéphane Henchoz: «Es macht keinen Spass mehr. Ich stehe unter Dauerdruck.»

Johann Vogel hat mit Eindhoven den französischen Champion Nantes aufzusuchen, das katastrophal in die Meisterschaft gestartet ist und nach sechs Runden sieglos das Tabellenende ziert. Eindhoven muss auf Captain van Bommel, Vogels Partner im Mittelfeld, verzichten. Bei Nantes hat der Rumäne Moldovan, ex-GC und -Xamax, nicht mehr die besten Karten. Zuletzt war er mehrmals nur Ersatz.

Im Camp Nou in Barcelona sind am Mittwoch gleich zwei Schweizer im Einsatz: Patrick Müller in Lyons Innenverteidigung und der Aargauer Schiedsrichter Urs Meier. Die Mannschaft von Trainer Jacques Santini ist nicht chancenlos, weil der FC Barcelona ohne den verletzten Brasilianer Rivaldo auskommen muss und die neuen Spieler wie das argentinische Stürmer-Juwel Saviola (20) und die Brasilianer Geovanni (21) und Rochembach (20) noch nicht gänzlich integriert sind.

Nach zwei Spielen ohne Sieg in der italienischen Serie A steht auch Lazio Roms Trainer Dino Zoff vor der Partie gegen das finanzgeplagte Galatasaray Istanbul bereits unter Druck. «Wir können uns keine Niederlage erlauben», erklärte Zoff, der auf den verletzten spanischen Internationalen Gaizka Mendieta verzichten muss.
(sda)