SCHWEIZER CUP
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Cup-Halbfinals mit zwei klaren Favoriten

Mittwoch, 10. April 2002 / 17:31 Uhr
aktualisiert: 23:06 Uhr

Bern - Die beiden Krösusse im Schweizer Fussball treffen am Sonntag im St. Jakob-Park im vorentscheidenden Titelkampf zum vierten Mal in dieser Saison aufeinander. Am 12. Mai könnte es im Cupfinal in Basel ebenfalls zum vierten Kräftemessen zwischen dem FCB und GC kommen.

Die grossen Faforiten Basel und GC - Treffen sie im Final aufeinander?

Der fünffache Cupsieger Basel misst sich in seinem Halbfinal am Donnerstagabend um 20.15 Uhr im St. Jakob-Park mit dem sechsfachen Cupsieger Young Boys, der zum 27. Mal die Vorschlussrunde in der K.o.-Konkurrenz erreicht hat. Rekord-Cupsieger Grasshoppers (18 Cup- Triumphe) gilt in seinem 39. Cup-Halbfinal in Lausanne ebenso als Favorit. Entscheiden die effektive Spielstärke und die derzeitige Form, kann das 77. Cup-Endspiel am Sonntag, 12. Mai, nur Basel gegen GC heissen.

Basel ohne Hakan Yakin

Meisterschaftsleader Basel bestreitet heute sein viertes Spiel innert elf Tagen, muss aber gegen die Berner auf den gesperrten Hakan Yakin verzichten, der nach seiner vierten roten Karte in dieser Saison mit vier Spielsperren bestraft wurde. Basel hat dagegen Rekurs eingelegt. Fehlen werden Trainer Christian Gross weiterhin die verletzten Ceccaroni und Huggel. Für Hakan Yakin dürfte der australisch-jugoslawische Doppelbürger Ergic als offensiver Mittelfelspieler im Zentrum einlaufen. Im Mittelfeld wird wohl Carlos Varela beginnen, auf dessen Aggressivität und Schnelligkeit der Trainer setzt. «Unsere Batterien sind noch geladen. In den letzten fünf Wochen werden wir alle Kraftreserven mobilisieren. Wir fokussieren beide Ziele. Wer so nahe wie wir an Meisterschaft und Cup steht, kann zusätzliche Kräfte freimachen», glaubt Trainer Gross, der dem FCB das erste Double seit 1967 in der Aera Benthaus bescheren möchte.

Die Young Boys, die sich in den Viertelfinals beim Erstligisten Wangen erst in der Verlängerung (6:2) durchsetzten, gehen am Stock. «Unsere Personalnot ist akut», weiss YB-Manager Fredy Bickel. «Sieben Kaderspieler sind verletzt. Auf der Ersatzbank werden vier Junioren sitzen.» Zu Malacarne, Fryand, Rotanzi, Disler, Bochud und Coubagéat gesellt sich nun auch der Nigerianer Patrick Eseosa, der mit einem Muskelfaserriss rund vier Wochen ausfällt. Die Berner sind ohnehin auswärts deutlich schwächer als auf dem Neufeld. Bickel: «In Basel haben wir nur eine Chance, wenn wir allen Respekt vor dem FCB ablegen.» In der Meisterschaft unterlag YB im St. Jakob- Park 1:3 in der Qualifikation und 0:2 in der Finalrunde.

Lausanne erstmals mit Charbonnier

Lausanne ist eine Cup-Mannschaft. Zum fünften Mal in Folge stehen die Waadtländer im Halbfinal. Neunmal haben sie die Cup- Trophäe in Empfang genommen, zuletzt 1999 beim 2:0 über GC. In der Meisterschaft hat sich die Equipe von Trainer Umberto Barberis trotz der kürzlichen 0:1-Heimniederlage gegen Aarau gefangen. Gegen GC muss Lausanne ohne den gesperrten Chavériat und den verletzten Karlen auskommen. Dafür debütiert ein Weltmeister im Tor. Der 35- jährige Franzose Lionel Charbonnier, zuletzt in Diensten der Glasgow Rangers, wird Pascal Zetzmann ablösen. Der 31. Vorstoss in die Halbfinals in Wil war glücklich. Nach dem 1:1 nach 120 Minuten gewann Lausanne das Penaltyschiessen mit 10:9. Ex-Lausanne-Hüter Rapo scheiterte an Zetzmann, der nun Charbonnier weichen muss.

Die Grasshoppers rechnen auf der Pontaise mit der 30. Finalteilnahme. Die Zürcher hatten sich in Luzern im Viertelfinal (0:0 nach Verlängerung, 4:3 im Penaltyschiessen) nicht mit Ruhm bekleckert und müssen beim Aussenseiter ohne die verletzten Tararache und Ippoliti antreten; dafür stehen Trainer Koller Abwehrchef Hodel und Benjamin nach verbüssten Sperren wieder zur Verfügung.
(Peter Wyrsch /sda)