WM/EM-QUALI
Anzeige
Mit Köbi Kuhn in die 11. EM-Ausscheidung

Mittwoch, 23. Januar 2002 / 15:52 Uhr
aktualisiert: 18:47 Uhr

Porto - Im Herbst wird die Schweizer Nationalmannschaft zum 11. Mal eine EM-Ausscheidung in Angriff nehmen. Die vier Gegner werden am Freitag in der Nähe von Porto (12.00 Uhr MEZ) ausgelost.

Köbi Kuhn bestreitet mit der Schweizer Nati die 11. EM-Ausscheidung.

Nationalcoach Köbi Kuhn wird die Auslosung vor Ort verfolgen. Als Ziel hat er von seinem Arbeitgeber SFV die Qualifikation für die EM-Endrunde 2004 in Portugal gesetzt erhalten.

Nach den beiden erfolglosen Länderspielen gegen Jugoslawien (0:1) und Russland (0:4) zum Abschluss der missglückten WM-Kampagne unter dem vorzeitig abgesprungenen Enzo Trossero steigt Kuhn nun in sein erstes komplettes Qualifikations-Abenteuer. Neunmal scheiterte die Schweiz bisher am Unterfangen, sich für eine EM-Endrunde zu qualifizieren; nur einmal -- 1996 in England -- war sie mit Roy Hodgson unter den letzten 16 Mannschaften vertreten.

Kuhn scheiterte dreimal als Spieler

Nach dem knapp missglückten letzten Versuch unter Gilbert Gress ist jetzt Köbi Kuhn aufgerufen, die Schweizer Nationalmannschaft ins europäische Rampenlicht zurückzuführen. Als Spieler war der FCZ- Internationale bei drei erfolglosen EM-Ausscheidungen dabei. Vor der EM 1964 in Spanien scheiterte die Schweiz an Holland (1:3/1:1). Bei der nächsten Kampagne für Italien (1968) wurde Kuhn nach der berühmten «Nacht von Sheffield» nicht berücksichtigt. Das Endrundenturnier 1972 in Belgien wurde gegen Griechenland, Malta und England ebenso verpasst wie jenes 1976 in Jugoslawien gegen die Türkei, Irland und Russland. Erfolgreich war Kuhn lediglich vor der WM-Endrunde 1966 in England, für die sich die Schweiz mit dem brillanten Mittelfeldspieler qualifizierte.

Mit Kuhn sind gleich fünf Verbandsvertreter nach Porto gereist, nämlich Ralph Zloczower, Peter Gilliéron, Jean-François Kurz, Ernst Lämmli und Pierre Benoit. Die Perspektiven der Schweiz, sich für die Euro 2004 zu qualifizieren, wird durch den Auslosungsmodus erschwert. Wegen der unbefriedigenden Resultate in den letzten EM- und WM-Auscheidungen unter Gilbert Gress und Enzo Trossero wird die Schweiz nur dem dritten von insgesamt fünf Töpfen mit je zehn Teams zugeteilt. Sie trifft demnach in ihrer Fünfer-Gruppe auf je einen (auf dem Papier) ebenbürtigen und schwächeren sowie auf zwei stärkere Gegner.

50 Länder nehmen an Auslosung teil

Unter den 50 Bewerbern (Rekord!) können sich lediglich die zehn Gruppensieger direkt für die Endrunde qualifizieren. Den Gruppenzweiten steht hinterher noch eine Barrage um fünf weitere EM- Plätze bevor. Bereits qualifiziert ist einzig Gastgeber Portugal, wogegen Titelverteidiger Frankreich ebenfalls die Qualifikation bestreiten muss. Die Qualifikationsrunde beginnt am 7. September 2002 und endet mit der Barrage am 19. November 2003.

Eusebios Hand

Die Auslosung wird im Kongresszentrum «Europarque» in Santa Maria da Feira, 30 Kilometer ausserhalb von Porto, vorgenommen. Als Glück und Pech liegen teilweise in den Händen der portugiesischen Fussball-Legende Eusebio, die just am 60. Geburtstag die Kugeln aus den fünf Töpfen ziehen wird. Nach Bekanntwerden der zehn Gruppenkonstellationen geht es für die verschiedenen Verbandsvertreter darum, möglichst schnell die Länderspiel-Termine auszuhandeln. Es ist aber nicht damit zu rechnen, dass diese schon am Wochenende zur Gänze feststehen. Vor vier Jahren fand drei Wochen nach der Auslosung eine zweite Terminkonferenz mit den Vertretern der Schweizer Gegner statt. Weil auch sie keine Einigung brachte, musste die UEFA sechs Wochen später die Begegnungen der Schweizer Gruppe auslosen.
(kil/sda)