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Nationalcoach Kuhn plant ohne Sforza und Chapuisat

Samstag, 24. November 2001 / 16:26 Uhr
aktualisiert: 16:59 Uhr

Zürich - Nationalcoach Köbi Kuhn plant die Zukunft der Schweizer Nationalmannschaft ohne Ciriaco Sforza (31) und Stéphane Chapuisat (32). In einem Interview mit dem Schweizer «Sport-Magazin» bejahte Kuhn die Frage, ob die Ära der beiden bekanntesten Schweizer Fussballer vorbei sei.

Er bestätigte in diesem Interview auch, dass es nun in seine Amtszeit falle, die Wachablösung in der Nationalmannschaft voranzutreiben und «Denkmäler» zu ersetzen. Dem ist allerdings hinzuzufügen, dass das besagte Interview vor einigen Wochen gemacht wurde, als Chapuisat nicht mehr Titular bei GC war, und auch Sforza bei Bayern keinen Stammplatz hat, was weiterhin der Fall ist.

Kuhn unterliess es aber, Sforza und Chapuisat über seine Disposition persönlich zu unterrichten, was die beiden verdienten Internationalen zweifelsohne verdient hätten. Der Nationalcoach informierte aber die Verbandsspitzen von seinem Vorhaben, die Kuhns Vorhaben, wenn auch nicht bedenkenlos, stützen.

Erneut hat sich aber der Zürcher wie zuvor schon bei der Nicht- Nomination von Sforza, Chapuisat und Henchoz vor dem WM- Qualifitionsspiel gegen Jugoslawien oder bei der Ausmusterung von Henchoz nach dessen öffentlicher Kritik ungeschickt verhalten. Kuhn bekundet offensichtlich Kommunikationsprobleme, was auch seinen Vorgesetzten nicht entgangen ist. Im «Bund» äusserte sich SFV- Zentralsekretär Ralph Zloczower bezüglich der schroffen Verabschiedung von Sforza und Chapuisat mit folgen Worten: «Das war in kommunikativer Hinsicht ein Anfängerfehler. Ich werde mir die Konsequenzen genau überlegen. Jedenfalls habe ich mich bei Sforza nach dessen Anruf am Freitag entschuldigt.»

Kuhns Rückendeckung beim Verband wird brüchig. Seine Vorgehensweise zur Verjüngung einer neuen Nationalmannschaft ist zwiespältig. Kuhn gibt sich nun vorsichtiger. Auf Anfrage der «Sportinformation» sagte er lediglich: «Ich werde mich nächstens mit Chapuisat treffen. Sonst sage ich nichts. Ich habe nur ein Ziel vor Augen: im Frühjahr eine ambitiöse Nationalmannschaft aufzubauen.»
(bb/sda)