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Swissair am Boden: Wie kommt die Fussball-Nati nach Moskau?

Dienstag, 2. Oktober 2001 / 18:57 Uhr

Zürich - Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft spielt am nächsten Samstag in Russland ihr letztes, bedeutungsloses WM-Qualifikationsspiel. Doch sie weiss noch nicht, wie sie nach Moskau kommt. Denn es ist unklar, ob die Swissair fliegen wird.

Köbi Kuhn mit Stürmer- und Flug-Problemen vor dem Quali-Spiel in Moskau.

Das wichtigste Thema rund um den Sportplatz Zürich-Fluntern, wo die Schweizer Nationalmannschaft am Dienstag und Mittwoch auf ihrem Weg nach Moskau Station macht, war das Debakel der Swissair. Vor allem deshalb, weil der gestern verfügte Flugstopp auch die beiden Schweizer Nationalmannschaften direkt betrifft. Die U21- Equipe hat für heute Mittwoch, das A-Team für morgen Donnerstag Swissair-Flüge in die russische Hauptstadt gebucht.

Beide Reisen sollen nun auf die russische Fluggesellschaft Aeroflot umgebucht werden, was dem offiziellen Reiseveranstalter «Travelclub Bern» ein gerüttelt Mass an Mehrarbeit beschert. «Diese Probleme dürfen mich und die Mannschaft nur ganz am Rande interessieren. Wir müssen uns auf das Spiel konzentrieren. Ich muss einfach wissen, wann wir landen und wann wir wieder zurückfliegen, damit ich das Trainingsprogramm anpassen kann», sagt Kuhn zu dieser Störung des Vorbereitungscamps.

Stürmerprobleme

Mehr Kopfzerbrechen dürfte dem Nationalcoach die Frage bereiten, wie er nach den Absenzen von Stéphane Chapuisat (Pause), Alex Frei (U21), Kubilay Türkyilmaz, Léonard Thurre und Blaise N'Kufo (alle verletzt) am Samstag einen schlagkräftigen Angriff nominieren will. Im momentanen 17-Mann-Kader figurieren mit Hakan Yakin, David Sesa und Alexandre Comisetti noch drei Spieler, die ganz vorne im Angriff spielen können. Alle drei kommen in ihren Vereinen aber vorwiegend in zurückhängenden Positionen auf den Aussenbahnen zum Einsatz.

«Ich werde mich wohl noch mit U21-Coach Bernard Challandes unterhalten müssen», sagt Kuhn. Er denkt dabei konkret an Alex Frei, den er dem Nachwuchsteam für das wichtige EM- Qualifikationsspiel am Freitag in Ramenskoje bei Moskau abgetreten hat. «Priorität hat aber das U21-Team, denn eine EM-Qualifikation hat man nicht jedes Jahr derart greifbar vor Händen.» Möglich wäre auch ein Aufgebot für André Muff, der ebenfalls mit der U21 nach Moskau reist.

Lombardo nachnominiert


Die Stürmer-Probleme haben sich gestern auch deshalb zugespitzt, weil Blaise N'Kufo wegen einer Leistenverletzung als fünfter Angreifer absagen musste. Der Mainzer Stürmer muss möglicherweise operiert werden. Für ihn wurde Massimo Lombardo (Lausanne) nachnominiert. Ebenfalls nicht eingerückt ist Johann Vogel: Seine Frau steht unmittelbar vor der Entbindung des zweiten Kindes. «Es war Johanns starker Wunsch, bei der Geburt dabei zu sein», sagt Kuhn. Sollte die Geburt heute Mittwoch stattfinden, würde Vogel am Donnerstag zur Mannschaft stossen. Kuhn: «Aber eigentlich rechne ich nicht mehr mit ihm, weil man Geburten selten exakt planen kann.»
(kil/sda)